Neues aus der Vermögens­verwaltungs­werkstatt

Einmal im Monat informieren wir Sie hier kurz und knapp über die wichtigsten Entwicklungen auf den Märkten.

11.01.2021

Die jüngste Welle der Euphorie an den Kapitalmärkten, die der Wahlsieg Joe Bidens und die Zulassung erster Impfstoffe ausgelöst hatten, wurde über den Jahreswechsel weiter befeuert. Mithin wurden zahlreiche Problemfelder über die Weihnachtstage ausgeräumt.
So handelten Großbritannien und die EU in letzter Minute ein Brexit-Abkommen aus. Nahezu parallel kam es im amerikanischen Kongress zu einer Einigung über ein 900 Mrd. USD schweres Hilfspaket, immerhin das zweitgrößte Fiskalprogramm der US-Geschichte.
Daneben sind die Impfkampagnen weltweit schneller gestartet als gedacht.
In einigen Staaten gibt es zwar noch Anfangsschwierigkeiten, was die Geschwindigkeit angeht, doch insgesamt haben sowohl die USA als auch die EU so viel Impfstoffe geordert, dass es am Ende sogar eine Überversorgung geben müsste.
Zu einem weiteren Clou kam es am 7. Januar. Bei der Senats-Nachwahl in Georgia eroberten die Demokraten beide Sitze und kontrollieren nunmehr auch diese Kammer, allerdings nur unter der Mithilfe der Vizepräsidentin Kamala Harris. Die von vielen nicht für möglich gehaltene blaue Welle ist damit am Ende doch Realität geworden. Dies löst bereits Spekulationen über weitere unmittelbar bevorstehende Fiskalpakete in der Größenordnung von bis zu einer Billion USD aus.
Angesichts dieser Aussichten gab es an den Börsen kein Halten mehr. Weltweit purzelten die Rekorde. Unter anderem gelang es dem DAX mehrfach, neue Höchststände zu erklimmen. Das deutsche Börsenbarometer erreichte erstmals die 14.000-Punkte-Marke.
Aber auch in anderen europäischen und asiatischen Ländern setzte sich die Hausse fort. Der Nikkei225 überwand in einem mächtigen Satz die 28.000-Punkte-Schwelle (= 30-Jahres-Hoch).
Mithin fällt die expansive Fiskalpolitik in den exportstarken asiatischen Staaten auf besonders fruchtbaren Boden.
Die US-Märkte taten sich zunächst schwerer und verzeichneten zu Jahresbeginn sogar zwischenzeitlich Rückschläge. Bekanntermaßen hat Joe Biden nicht nur Anhänger an der Wallstreet. Die Befürchtungen vor Steuererhöhungen und Regulierungen traten aber letztendlich doch in den Hintergrund, sodass auch in den USA der Weg für neue Rekordstände beim S&P500 und beim NASDAQ frei war.
Die Hoffnung auf eine kräftige Konjunkturerholung und die massive geld- und fiskalpolitische Unterstützung bereiten den Aktienmärkten ein optimales Umfeld.
Das größte Risiko ist, dass sich die Impfungen als zu wenig wirksam erweisen; dafür gibt es derzeit aber keine Anzeichen.

Smart Balance

Die Erholungsphase der vergangenen Woche gehört weiterhin ganz eindeutig den Faktoren „Value“ und „Size“, die eine lange Durststrecke der Underperformance hinter sich haben.
Das Aufholpotential war enorm und es hat sich einmal mehr bewahrheitet, dass diese Faktoren ihre Stärken in einem Umfeld des konjunkturellen Aufschwungs, nach einer Rezession, haben.
Wir haben hier, zwar zeitverzögert, reagiert und die Untergewichtung dieser beiden Faktoren bereits Anfang Dezember eliminiert. Ob sich die konjunkturelle Erholung weiter fortsetzt und ob sich somit der kurzzeitige Erfolgszug dieser beiden Faktoren fortsetzt, bleibt abzuwarten.
Verstärkt setzen wir weiterhin auf die Faktoren Momentum und Quality.
Die überproportionale Gewichtung des chinesischen Aktienmarkts im Segment der Emerging Markets machte sich weiterhin positiv bemerkbar. Wir behalten diese Gewichtung bei.

Premium Select:

Wir bleiben in Branchen und Themen investiert, bei denen wir der Überzeugung sind, dass sie die aktuellen Herausforderungen am besten meistern werden. Hierzu gehören Healthcare, Technology und Infrastructure auf der Themenseite, aber auch zielgenaue Investments in Regionen wie China.
Die seit September fokussierte Ausrichtung auf den Themenkomplex „Klima/Nachhaltigkeit“ hat sich seither als Performancetreiber erwiesen.
Nischeninvestments wie die Wasserstoffindustrie oder Investitionen in Unternehmen, die eine Energiewende vorantreiben, liefern derzeit kaum schlagbare Wertentwicklungen.