Neues aus der Vermögens­verwaltungs­werkstatt

Einmal im Monat informieren wir Sie hier kurz und knapp über die wichtigsten Entwicklungen auf den Märkten.

01.09.2020

Die Rallye an den US-Aktienmärkten geht ungebrochen weiter. NASDAQ und S&P500 stellten in den vergangenen Tagen neue Rekorde auf. Der eher von traditionellen Unternehmen geprägte Dow-Jones-Index holt ebenfalls auf und liegt nur noch 3% unter seinem Allzeithoch vom Februar. Etwas vom Glanz der US-Börsen strahlte auch auf die europäischen Aktienmärkte aus. So kämpfte sich der DAX wieder über die 13.000-Punkte-Marke zurück. Auch die Börsen der Emerging Markets verbuchten in der vergangenen Woche deutliche Kursgewinne (+3%). Gemessen am MSCI Emerging Markets fehlen nunmehr auch hier lediglich noch knapp 3% bis zu einem Allzeithoch.
Die Gründe für die seit Wochen anhaltende Kauflaune der Anleger sind die gleichen. Die Konjunkturdaten überraschen weiterhin mehrheitlich positiv. In Europa setzte sich die Erholung beim Geschäftsklima in überzeugender Weise fort. Allen voran verzeichnete der ifo-Index den vierten deutlichen Anstieg nacheinander (92,6 nach 90,4 Punkten). Die ifo-Erwartungen markierten sogar einen 1½ -jährigen Höchststand. Innerhalb des Aktienuniversums sind wiederum speziell Technologiewerte begehrt, die in den USA mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von mittlerweile 30 aber auch ambitioniert bewertet sind. Trotz allem liegt das KGV damit aber immer noch weit unter den Höchstwerten der Dotcom-Blase. Zumindest ein Teil der jüngsten Kursavancen lässt sich somit anhand der robusten Gewinnentwicklung im Technologiesektor rechtfertigen.

Für Unruhe sorgt zwar unverändert das Pandemiegeschehen. Gleichzeitig macht sich in dieser Hinsicht aber auch ein gewisser Gewöhnungseffekt breit. Dazu trägt bei, dass die Neuinfektionszahlen in den USA weiter rückläufig sind. Unterdessen zeigt der Trend der zweiten Wellen in Europa unverändert nach oben. Keine Verschärfung der Situation legen überdies die anhaltend tiefen Todesfallzahlen nahe.
Von politischer Seite kommen derzeit ebenfalls wenig Querschüsse. In den USA verlief der Parteikonvent der Republikaner ohne größere Überraschungen. Gleichzeitig hat die US-Seite in der Auseinandersetzung mit China sogar wieder mildere Töne angeschlagen.

Für den eigentlichen Paukenschlag der vergangenen Woche sorgte US-Notenbankpräsident Jerome Powell, mit einem von ihm verkündeten Strategieschwenk. Hin zu einem „durchschnittlichen Inflationsziel“ zieht die Fed die Konsequenz aus dem veränderten makroökonomischen Umfeld der vergangenen Jahre. Allen voran hat der Phillips-Kurven-Zusammenhang an Bedeutung verloren, d.h., mit rückläufiger Arbeitslosigkeit geht kaum noch Inflationsdruck einher. Die Fed wird daher in Zukunft erst dann auf tiefe Arbeitslosenquoten reagieren, wenn die Kerninflation die 2%-Zielmarke für längere Zeit überschritten hat. Dies bedeutet auch jenseits des Atlantiks, dass Zinserhöhungsphantasien in weite Ferne gerückt sind, was die Anleger im Aktienmarkt hält.

 

Smart Balance

Die konstanten Investitionsquoten sorgen dafür, dass das Konzept an der Erholung der Kapitalmärkte partizipieren kann.
Der oben beschriebenen starken Entwicklung von Technologiewerten an US Börsen tragen wir Rechnung, indem wir unsere Gewichtung im globalen Momentum-Faktor verstärkt haben.

 

Premium Select:

Ob die positive Entwicklung an den Aktienmärkten anhält ist u.a. davon abhängig, ob sich die zyklische Belebung fortsetzt.
Durch die beachtliche Aufholung der Kursrückgänge in den vergangenen Wochen ist bereits viel Positives vorweggenommen, so dass es zwischenzeitlich durchaus wieder zu Rückschlägen kommen kann.

Daher bleiben wir im Aktiensegment defensiv aufgestellt und in Branchen und Themen investiert, bei denen wir der Überzeugung sind, dass sie die aktuellen Herausforderungen am besten meistern werden. Hierzu gehören: Healthcare, Technology, Infrastructure und Food.