Neues aus der Vermögens­verwaltungs­werkstatt

Einmal im Monat informieren wir Sie hier kurz und knapp über die wichtigsten Entwicklungen auf den Märkten.

15.03.2021

Nachdem die globalen Aktienmärkte in den beiden Vorwochen eine Verschnaufpause eingelegt hatten, kehrten die Käufer in den vergangenen Tagen in Scharen zurück. Allen voran verzeichnete die Technologiebörse NASDAQ ein Comeback und legte im Wochenverlauf um 6% zu. Die breiteren amerikanischen Indizes, S&P500 und Dow Jones, markierten jeweils sogar neue Rekorde.

Das ändert aber nichts daran, dass sich vor allem die europäischen Börsen auf der Überholspur befinden und in der Jahresperformance inzwischen vor ihren Pendants aus den USA und Asien liegen. Der Eurostoxx50 ist mithin nahe an sein 10-Jahres-Hoch vom 20. Februar 2020 (3.867 Punkte) herangerückt und der DAX markierte bei knapp 14.600 Punkten ein Allzeithoch.

Ein Auslöser der Hochstimmung ist die Verabschiedung des 1,9 Bio. USD schweren Hilfspakets in den USA. Präsident Joe Biden setzte es bereits am Donnerstag in Kraft. Die darin enthaltenden Wohltaten (Konsumschecks, Erhöhung von Arbeitslosenhilfe und Kindergeld) werden vor allem den unteren Einkommensschichten zugutekommen und den ohnehin vorhandenen Sparüberhang in der Bevölkerung weiter vergrössern. Es zeichnet sich damit in den nächsten Monaten in den USA einer der grössten Konsumschübe aller Zeiten ab.

Darüber hinaus dämpften die US-Inflationsdaten vom Februar die Inflationssorgen. Mit +1,7% (nach +1,4%) hielt sich der Anstieg der Teuerungsrate in Grenzen.

Rückenwind für Bundesanleihen ging auch von der Tagung des EZB-Rats aus. Bereits im Vorfeld des Treffens waren die Erwartungen an die Notenbankchefin hoch und Christine Lagarde enttäuschte dieses Mal nicht. Sie kündigte unmissverständlich an, die EZB werde die Wertpapierkäufe in den kommenden drei Monaten signifikant erhöhen. Die Notenbank sorgt damit für einen, zeitlich begrenzten, zusätzlichen geldpolitischen Impuls und dies zu einer Zeit, in der sich das makroökonomische Umfeld eigentlich aufgehellt hat.
Die erhöhten Wertpapierkäufe der EZB werden den Renditeanstieg in der Eurozone zweifellos dämpfen. Mittelfristig ist er, vielen Experten zufolge, aber nicht mehr aufzuhalten.

Für die Aktienmärkte sind steigende Renditen per se ein Belastungsfaktor. Es besteht dennoch Grund zur Annahme für eine Fortsetzung der Hausse. Im konjunkturellen Zyklus ist für die Unternehmen die kräftig anziehende Nachfrage der entscheidende Faktor. Und mit diesem rechnet man, wenn eine erfolgreiche Impfkampagne die Volkswirtschaften vom Lock-Down befreit.
Die leicht ansteigenden Finanzierungskosten dürften dagegen zu verschmerzen sein.

 

Smart Balance

Nachdem die Outperformance der Value-Prämie im Februar kurz ins Stocken geraten war, setzt sich diese derzeit weiter fort. Wir haben inzwischen auf diese Entwicklung reagiert und die Untergewichtung dieses Faktors, zu Lasten des Faktors Low Volatility, neutralisiert. Verstärkt setzten wir weiterhin auf den Momentum und den Quality Faktor. Doch der von Technology und Healthcare bestimmte Momentum-Faktor hatte in den vergangenen Wochen verstärkt unter Gewinnmitnahmen zu leiden. Die überproportionale Gewichtung des chinesischen Aktienmarkts im Segment der Emerging Markets machte sich weiterhin positiv bemerkbar. Wir behalten diese Gewichtung bei.

 

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Wir bleiben in Branchen und Themen investiert, bei denen wir der Überzeugung sind, dass sie die aktuellen Herausforderungen am besten meistern werden. Hierzu gehören Healthcare, Technology, Infrastructure und der Bereich Umwelt auf der Themenseite, aber auch zielgenaue Investments in Regionen wie China und die Emerging Markets.
Die Technologiebranche und Subsegmente des Umweltsektors, wie Wasserstoffinvestments und Erneuerbare Energien, konnten dem Gesamtmarkt in den vergangenen Wochen nicht folgen. Aufgrund der dauerhaften Outperformance der vergangenen Monate bestimmten Gewinnmitnahmen die Kurse.
Die immer mal temporär auftretende Nervosität an den Aktienmärkten und die hierdurch anziehenden Stände auf den Volatilitätsbarometern haben wir genutzt, um uns attraktive Konditionen im Anlagesegment der Teilschutzzertifikate zu sichern.