Neues aus der Vermögens­verwaltungs­werkstatt

Einmal im Monat informieren wir Sie hier kurz und knapp über die wichtigsten Entwicklungen auf den Märkten.

18.10.2021

Nachdem an den Aktienmärkten Ende September bis in den Oktober hinein der Ansatz einer Korrektur zu beobachten war, brachte der  Auftakt  zur  Berichtssaison  in der zurückliegenden, zweiten Oktoberwoche die  Wende.
Stand der Wochenbeginn noch ganz im Zeichen von Inflationssorgen, schlug das Pendel zur Wochenmitte um.
Sämtliche US-Grossbanken (J.P. Morgan, Morgan  Stanley,  Citigroup,  Bank  of  America,  Goldman  Sachs)  gaben  kräftige, weit über den Erwartungen liegende Gewinnsteigerungen im 3. Quartal bekannt.  Dies wurde  an den  Märkten euphorisch aufgenommen. In der Folge verzeichnete der S&P500 am Donnerstag (14.10.) mit 1,7% den stärksten Tagesgewinn seit sieben Monaten. Aber auch Eurostoxx50, NASDAQ und Nikkei225 legten kräftig zu und behielten diesen freundlichen Trend zum Wochenende bei.
Neben den Bankaktien wurde das  freundliche Bild  von  positiven Unternehmensmeldungen  aus anderen  Branchen  (SAP, TSMC, UnitedHealth, Alcoa) abgerundet. Dies macht wiederum deutlich, dass derzeit keineswegs alle Unternehmen unter Materialknappheiten leiden, sondern es nach wie vor zahlreiche Gewinner des Post-Corona-Booms gibt, die von der hohen Nachfrage nach Chips, Gesundheits- oder Softwaredienstleistungen profitieren.

Auch  die  Anleihenmärkte  durchlebten  ein  Wechselbad  der  Gefühle.  In  der ersten  Wochenhälfte  kannten  die  Renditen  nur  eine  Richtung:  Es  ging  steil aufwärts. 10-jährige  Bundesanleihen rentierten zwischenzeitlich bei  -0,09%. Die Nulllinie war in greifbare Nähe gerückt und wurde doch nicht erreicht.
Der Ölpreis (Sorte Brent) hat mittlerweile die 85-USD-Marke im Visier und die Inflationsrate in den USA markierte im September mit 5,4% einen 13-jährigen Höchststand. Beides heizte die Inflationsängste weiter an und setzt die Notenbanken zusätzlich unter Druck.

Steigende Renditen sind für die Aktienmärkte per se negativ. Solange das konjunkturelle  Umfeld  jedoch  freundlich  bleibt,  halten viele Experten eine  moderate  Verteuerung der Finanzierungskosten für Unternehmen als verkraftbar. Umso wichtiger wird es sein, dass die aktuelle Berichtssaison die immer noch hohe Gewinndynamik im Unternehmenssektor belegt.